Cusco ist die Hauptstadt der Provinz Cusco und der gleichnamigen Region und liegt im Mittelpunkt des peruanischen Andenhochlandes. Einwohnerzahl: 320.000. Die Stadt ist Sitz einer Universität und eines Erzbischofs. Aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte, ihrer Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und ihrer Landschaft inmitten der Anden ist die Hauptstadt Anziehungspunkt zahlreicher Touristen. Darüber hinaus ist Cusco als Ausgangspunkt zu der Inkastadt Machu Picchu weltberühmt geworden.
Seit 1983 gehörte sie zum UNESCO-Welterbe.
Der Sage nach wurde die Stadt um das Jahr 1200 von dem ersten Inka Manco Cápac, dem Sohn der Sonne, dem ersten mythischen Herrscher der Inkas, mit seiner Schwester Mama Ocllo, gegründet. Detailliertere Überlieferungen gibt es erst von Pachacútec Yupanqui, dem neunten Herrscher der Inkas. Während seiner Regierungszeit (1438-1471)wurde das Inkagebiet in den Zentralanden vom Titicacasee bis nach Junín erweitert. Während dieser Periode wurden in der Umgebung landwirtschaftliche Terrassen zur Anpflanzung von Mais errichtet. Damit wurde die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet.
1471 wurde die Herrschaft des Reiches von Túpac Yupanqui übernommen. Unter seiner Regierung erreichte das Inkareich das größte Wachstum.
Das Reich wurde 1493 von Huayna Cápac, dem 11. Inka, übernommen, wer seinen Hauptsitz nach Quito verlegte und sich um eine weitere Ausdehnung bemühte. Kurz vor seinem Tod hat er das Reich zwischen seinen Söhnen Huáscar und Atahualpa aufgeteilt. Die folgenden Jahre charakterisierten sich durch permanenten Konflikt zwischen den beiden Brüdern.
Am 16. November 1532 hat Pizarro Atahualpa gefangen genommen. Am 15. November 1533 erreichte er die Stadt und hat diese geplündert und brandschatzt. Es wurden beinahe alles Gold und Silber eingeschmolzen und Paläste und Tempel abgerissen. Es gelang nur wenigen Mauern den Verwüstungen zu widerstehen. Die Steine wurden dann zur Errichtung der kolonialen Kirchen verwendet. Manco Cápac II., der Halbbruder Huáscars wurde von Pizarro als Marionettenherrscher auf den Thron gesetzt. 1535 gelang Manco Cápac II aus seiner Gefangenschaft zu fliehen und organisierte eine groß angelegte Revolte, und mit mehr als 100.000 Männern marschierte er gegen die Stadt und belagerte diese. Die Spanier wurden beinahe besiegt. Nur durch einen riskanten Ausfall und eine blutdürstige Schlacht bei Sacsayhuaman fand in letzter Sekunde eine Wende statt. Cuzco wurde dabei vollkommen vernichtet.
Im selben Jahr wurde von Pizarro an die Pazifikküste die Stadt Lima gegründet. Cuzco verlor damit seine ehemalige Bedeutung und wurde zu einer unwesentlichen Kolonialstadt. 1650 hatte ein Erdbeben die Stadt ruiniert. Von den Inkas gebaute Grundmauern der Tempel und Paläste und Tempel widerstanden dem Erdbeben.
1911 wurde die auf einem Berg versteckte Stadt Machu Picchu entdeckt, womit sich die Bedeutung der Stadt änderte. Cusco entwickelte sich zu einem Mittelpunkt des erneut entstandenen Interesses an der indianischen Vergangenheit. Zur gleichen Zeit wurde die Stadt zum größten Touristenzentrum Perus. Die wieder aufgebauten Häuser und Kirchen wurden im Jahr 1950 durch ein neuerliches Erdbeben zerstört. Die Stadt wurde zu 90 Prozent vernichtet. Die Innenstadt mit ihren Kolonialbauten und die erhalten gebliebenen Inka-Ruinen wurden 1983 von UNESCO zum Welterbe erklärt.
Cusco hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Stadt hat viele Kirchen, Museen und sehenswerte Umgebungen.
Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die folgenden: Die Kathedrale, die von 1560 bis 1654 auf den Grundmauern des Palastes des 8. Inka Viracocha errichtet wurde. Die Kirche der Jesuiten - La Compañía de Jesús – , die von 1552 bis 1668 erbaut wurde. La Merced – die zwischen 1540 und 1600 errichtete Klosterkirche. Erwähnenswert sind noch die Kirche San Francisco, die Kirche San Blás oder die Kirche Santo Domingo.
Einen Besuch wert sind auch die Inkaruienen Callejón de Siete Culebras, Calle Hatunrumiyoc oder das Sonnenheiligtum Coricancha.
Die bekanntesten Museen der Stadt sind: das Museo Inka, wo Gebrauchsgegenstände, Keramik, Schmuck und Stoffe sowie trepanierte Schädel und Mumien aus der Inkazeit ausgestellt werden; das Museo Regional, welches im Inneren eines aus dem 17. Jahrhundert stammenden Palastes zu finden ist; das Museo de Historia Regional, wo präkolumbische Objekte und Keramik der Kulturen Chimú, Chavín, Nazca und Mochica besucht werden können; das Museo de Historia Natural, wo eine Sammlung von Gegenständen aus dem lokalen Tier- und Vogelreich zu sehen sind.
Das moderne Cusco stellt sich mit Vorliebe als eine Tourismus-Metropole dar. Der Tourismus ist tatsächlich die wichtigste Einnahmequelle. Die Stadtverwaltung unternimmt enorme Bemühungen, um dafür die nötige Infrastruktur zu kreieren und die unvorteilhaften Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. So wurde die architektonische Innenstadt in den letzten Jahrzehnten kaum geändert.
In vielen Lokalen und Veranstaltungen kann man authentische Lebensart und volkstümliche Aufführungen erleben.